Usedomer Küstenwald als Deutschlands Waldgebiet des Jahres 2016 ausgezeichnet

Am Samstag, den 19. März 2016, wurde zum 5. Mal der Titel „Waldgebiet des Jahres“ verliehen. Für das Jahr 2016 erhält den Titel der Küstenwald Usedom. Damit wurde das hohe Engagement des Forstamtes Neu-Pudagla für die Schutz- und Nutzfunktion des Küstenwaldes auf der Insel Usedom geehrt.

Die Auszeichnung wurde durch den BDF-Bundesvorsitzenden Hans Jacobs an Felix Adolphi, Leiter des Forstamtes Neu Pudagla überreicht und damit auch die Arbeit seines Vorgänger Norbert Sündermann geehrt. Zahlreichen Gäste aus Politik und Gesellschaft wie Dr. Till Backhaus MdL Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz sowie Vertreter der Landesforst Mecklenburg Vorpommern, des Waldbesitzerverbandes, der Kommunen, des BUND, des Naturparks Insel Usedom und des Tourismus nahmen an der Festveranstaltung mit zwei Podiumsdiskussionen teil. Untermalt wurde die Veranstaltung durch Jagdhornbläser Insel Usedom.

„Der Küstenwald Usedom besticht vor allem durch seine Nähe zum Meer. Seine besondere Lage, die viele Urlauber anzieht, hat dazu geführt, dass hier, wie in kaum einem anderen Wald, Naturschutz, Küstenschutz sowie touristische und forstliche Nutzungsinteressen beispielhaft miteinander in Einklang gebracht wurden. Die Forst- und Jagdverwaltung auf Usedom lässt sich über 300 Jahre zurückverfolgen. Als Forstminister habe ich deshalb immer Wert darauf gelegt, dass forstpolitische Entscheidungen in unserem Land auf einen breiten Konsens gestellt werden. Waldbauliche Entscheidungen sind Entscheidungen für die Zukunft, Waldwirtschaft ein gelebter Generationsvertrag“, sagte Minister Dr. Till Backhaus.

Hintergrund zum Usedomer Küstenwald
Der Usedomer Küstenwald befindet sich im äußersten Nordosten der Bundesrepublik Deutschland in Mecklenburg-Vorpommern. Er erstreckt sich auf der Insel Usedom entlang der Pommerschen Bucht, von der polnischen Grenze im Osten bis zum Peenemünder Haken, (Naturschutzgebiet seit 1925) im Westen. Das Waldgebiet umfasst etwa 5.000 ha, davon 2.600 ha Landeswald, 1.650 ha Bundeswald, 500 ha Privatwald und 250 ha Kommunalwald. Der Landeswald befindet sich überwiegend im Besitz der Landesforstanstalt Mecklenburg-Vorpommern. Der Sitz der Forstverwaltung, welches für die Nutzung und Pflege des Waldes verantwortlich ist, befindet sich im Ortsteil Neu Pudagla des Seebades Ückeritz.

Die Baumartenpalette ist breit gefächert und umfasst etwa 50 Arten. Hauptbaumart ist mit etwa 60% die Kiefer, gefolgt von Rotbuche (12%) und Erle (7%). Zu den Nadelwäldern haben sich vor allem Buchen, Eichen, Ebereschen und Ahorn gesellt, so dass naturnahe Mischwälder mit einer hohen Artenvielfalt entstanden sind. So befinden sich hier u.a. 55 ha Feuchtbiotope, 54 ha Altholzinseln, 31 ha Waldwiesen und 2 ha Kleingewässer. Insgesamt sind im Usedomer Küstenwald in 6 FFH-(Flora-Fauna-Habitat) Gebiete zum Erhalt der biologischen Vielfalt, 1 SPA-(Special Protected Area) und 4 Naturschutz Gebiete von 1720 ha Fläche unter Schutz gestellt. Eine wichtige Rolle spielen Entsiegelung, Renaturierung und der Rückbau baulicher Anlagen im Wald. So konnte in den in den letzten 20 Jahren im Küstenwald der Insel Usedom auf ca. 100 ha Gebäude zurück gebaut und die Flächen renaturiert werden. z.B. Teile des Zeltplatzes Ückeritz, der vor 25 Jahren der größte Zeltplatz Europas war. Der Usedomer Küstenwald verfügt insgesamt über etwa 70 km Wanderwege, 60 km Radwege und 30 km Reitwege. Hinzu kommen Kutschwege, Terrainwege der Kurkliniken und Trimm-Dich-Pfade der Seebäder.

Vereinbarkeit von Tourismus und Naturerhaltung
Natururlaub gehört zu den beliebtesten Urlaubsarten der Deutschen. So kommen lt. einer Studie des TMV 91% der Reisenden nach Mecklenburg Vorpommern, um im Urlaub Natur zu erleben. Daher ist die touristische Nutzung des Waldes mit den forstwirtschaftlichen Zielen in Einklang zu bringen. So befinden sich im Usedomer Küstenwald 8 Waldparkplätze, 6 Campingplätze, 15 Schutzhütten, 30 Verweileinrichtungen sowie 7 Lehrpfade. Um das Wissen um die Natur Einheimischen und Gästen zu vermitteln, veranstaltet das Forstamt in den Wäldern Usedoms Waldolympiaden für die Grundschulen der Region, Fledermausnächte im Forsthof oder Waldwandertage für Kinder. Jährlich nehmen insgesamt etwa 1.000 Erwachsene und Familien sowie 700 Kinder und Schüler an Waldführungen der Inselförster teil. Im Naturpark Insel Usedom werden in der Saison täglich Naturführungen durch ausgebildete Naturparkführer angeboten. „Wir versuchen durch eine Lenkung der Besucher stets, allen Ansprüchen parallel gerecht zu werden.“, so Forstamtsleiter Felix Adolphi, „Eine ökologisch verträgliche wirtschaftliche Entwicklung ist dabei unser Ziel. Försterinnen und Förster sind heutzutage auch immer als Mittler, Berater und Mediatoren gefragt.“

Für weitere Informationen steht Ihnen Dörthe Hausmann unter Email: doerthe.hausmann@usedom.de zur Verfügung.