Gravierende Einschnitte durch Corona-Krise im Tourismus auf Usedom

Eine aktuelle Umfrage des Tourismusverbands Mecklenburg-Vorpommern zur Corona-Krise bestätigt gravierende Einschnitte in der Tourismusbranche in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Auch auf der Insel Usedom rechnen über 90 Prozent der touristischen Unternehmen mit erheblichen Umsatzeinbußen, über 70 Prozent schließen bis auf Weiteres ihre Einrichtungen und mehr als 80 Prozent sind auf staatliche Hilfe angewiesen. Wie die Unternehmen diese Krise überstehen werden, wird maßgeblich von der Dauer der Reisebeschränkungen abhängen.

An der landesweiten Umfrage des TMV nahmen rund 900 Unternehmen teil, darunter auch Hotels, Pensionen, Anbieter von Ferienwohnungen, Betreiber von Campingplätzen, Anbieter von Freizeitaktivitäten und Gastronomie sowie Touristinformationen und Kurverwaltungen von der Insel Usedom.

Laut Umfrage haben die meisten Usedomer Unternehmen bereits Maßnahmen eingeleitet, um die Auswirkungen der Corona-Krise abzupuffern: Über 80 Prozent der Befragten haben Kurzarbeitergeld beantragt und mehr als 70 Prozent mussten ihr Unternehmen vorübergehend schließen. Mehr als 60 Prozent planen, Liquiditätshilfen bzw. Kredite in Anspruch zu nehmen und mehr als die Hälfte wird Steuerstundungen beantragen. Rund 20 Prozent der Betriebe sehen sich gezwungen, Mitarbeiter zu entlassen und für ca. 3,5 Prozent der Befragten scheint die Geschäftsaufgabe unausweichlich zu sein.

Nahezu alle touristischen Unternehmen sehen sich mit erheblichen finanziellen Einbußen durch die Corona-Krise konfrontiert. Während rund 20 Prozent mit Umsatzeinbußen von 50 Prozent rechnen, gehen rund 18 Prozent von einem Verlust in Höhe von 75 Prozent aus. 12 Prozent befürchten noch deutlich höhere Verluste und mehr als 40 Prozent müssen einen Komplettausfall verkraften.

Vier von fünf Teilnehmer der Umfrage geben an, dass sie auf staatliche Hilfe angewiesen sein werden. Lediglich knapp 20 Prozent gehen davon aus, dass sie die Krise ohne staatliche Hilfe meistern werden.

Ausschlaggebender Faktor für die Härte der Auswirkungen wird die Dauer der Krise sein. Knapp die Hälfte der Unternehmer geht davon aus, dass sie ihre Betriebe bis zu drei Monate über Wasser halten können. Ein gutes Viertel sieht seine Unternehmen lediglich bis zum 20. April gesichert. Knapp 15 Prozent könnten notfalls bis zu 6 Monate überbrücken und nur ca. 8 Prozent würden die Krise bis zu 12 Monate überstehen.

Nachdem für rund drei Viertel der Beherbergungsbetriebe die Ausquartierung der Gäste weitestgehend reibungslos verlief, stehen für viele nun Maßnahmen der Kundenbindung im Fokus. Etwa zwei Drittel der Unternehmen versucht seinen Gästen durch kulante Stornobedingungen entgegen zu kommen. Ein Viertel nimmt mit Dankesschreiben zu den Urlaubern Kontakt auf und versucht die Insel Usedom durch Bilder und Impressionen in positiver Erinnerung zu halten.

„Ähnlich wie in gesamt Mecklenburg-Vorpommern zeichnen die Zahlen der aktuellen Umfrage des Landestourismusverbands auch auf Usedom ein alarmierendes Bild“, stellt Michael Steuer, Geschäftsführer der Usedom Tourismus GmbH besorgt fest. „Dennoch gilt es, auch in diesen schwierigen Zeiten zuversichtlich zu bleiben. Erfahrungsgemäß erweist sich die Tourismusbranche als sehr widerstandsfähig. Langfristig werden der Inlandstourismus und damit auch der Tourismus in MV und auf Usedom gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen“, zeigt sich Steuer optimistisch.

„Die Ergebnisse der Umfrage zeigen auf, wie gravierend die Einschnitte für die Tourismusbranche auf der Insel sind“, bestätigt auch Nadine Riethdorf, Vorsitzende des Tourismusverbands Insel Usedom e.V. „Umso wichtiger ist, dass alle touristischen Akteure an einem Strang ziehen und sich gegenseitig unterstützen. Die touristischen Verbände bieten hierbei Informationsaustausch, Interessenvertretung und klassische Hilfe bei der Suche nach Anträgen und Formularen an.“

Auswertung der Branchenumfrage zur Insel Usedom